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„Aktion Kinderschuhe“: Widerliche Relativierung des Holocausts

In mehreren Städten, so auch in Brandenburg, wurden in den vergangenen Tagen Kinderschuhe vor Rathäusern abgelegt, um so gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu protestieren und die Öffnung von Schulen und Kitas zu fordern. Mit den abgelegten Kinderschuhen wird die gegenwärtige pandemiebedingte Schließung von Kitas und Schulen mit dem 100.000-fachen Mord an Kindern während des Holocausts widerlich gleichgesetzt.

Diese gewollte und bewusste Provokation verurteile ich auf das Schärfste. Hundertausende jüdische Kinder wurden in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ermordet. Oft wurden die gut erhaltenen Kinderschuhe von der SS für nicht-jüdische Kinder benutzt. Außerdem fand man nach der Befreiung der Konzentrationslager Berge von Kinderschuhen in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten. Dass sich rechte Parteien, Teile der Querdenker-Bewegung und Holocaustleugner dieser Aktion anschließen, spricht Bände.

Ich rufe alle Eltern dazu auf, sich nicht an dieser Aktion zu beteiligen, die einen eindeutigen Bezug zu den Opfern des Nationalsozialismus herstellt und schließe mich der Kritik der jüdischen Gemeinden und anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen, wie dem VVN-BdA, an. Bei allem Verständnis für die schwierige Situation von Kindern und Eltern in der gegenwärtigen Situation: Diese Aktion ist in höchstem Maße unangemessen und relativiert den Holocaust.